ERKENNTNISSE AGENTURBESUCH


Während der Agenturpräsentation hinterfragte Harry Keller in einem Nebensatz die Notwendigkeit von Personas. Da wir gestern damit begonnen haben unsere Personas zu erstellen und zu verfeinern, waren wir etwas vor den Kopf gestossen über diese Aussage. In der Fragerunde sprachen wir Harry noch einmal auf das Thema an und er klärte uns auf.

Das Problem bei der Arbeit mit Personas ist, dass man sich sehr schnell in Stereotypen verstrickt. Es gibt den Rentner, der kein Smartphone bedienen kann und den jungen Student, der auf allen Social-Media Kanälen gleichzeitig abhängt. Klar geht es bei Personas darum, anhand einer Person eine relevante Gruppe abzubilden, wenn das Produkt jedoch mit unrealistischen Personas getestet wird, wie soll es dann mit richtigen Menschen funktionieren.

Ein weiterer Kritikpunkt richtete sich auf die Verwendung von Touchpoints. An einem Touchpoint interagiert ein Persona mit dem Produkt. Üblicherweise entwickelt man pro Persona fünf Touchpoints, die in unserem Fall notwendigen 15 Touchpoints wirkten überfordernd.

Ein Beispiel wäre: Friederich (38) liesst am Nachmittag im Park einen Artikel auf der Website von RBB24. Dieser Touchpoint klingt nicht nur uninteressant, er gibt auch nicht viel Fleisch am Knochen. Harry war der Meinung, dass man mit realistischen Situationen arbeiten soll. Welche Möglichkeit hat Friederich, wenn beispielsweise die Sonne stark scheint und er den Screen nicht mehr lesen kann. Gibt es eine Möglichkeit ihm die Inhalte von RBB24 trotzdem vermitteln zu können?

Gewappnet mit diesen Denkanstössen mussten wir uns schnell neu organisieren und über eine Neuorientierung nachdenken. Da niemand aus der Gruppe Benutzerbedürfnisse regelmässig mit Personas arbeitet und keiner zuvor ein User Experience Map erstellt hatte, gab es für uns keinen Erfahrungswert auf den wir zurückgreifen konnten und uns stützte. Wir entschlossen uns die deshalb keine User Journeys zu machen, sondern mit Situationen zu arbeiten. Dadurch gewannen wir Zeit um unsere Personas weiter auszuarbeiten und unsere UX Map mit Inhalten zu füttern.

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